Mit 3 Medaillen auf dem Weg zur EM

Mit Gold und Doppel-Silber im Gepäck verließen die Geherinnen des LAV Reichenbach am Samstagabend die Leichtathletikhalle Brandberge in Halle (Saale), wo die Deutschen Meisterschaften im Bahngehen und im Mehrkampf parallel ausgetragen wurden. Und wieder einmal zeigte sich Bianca Schenker als stärkste Athletin unter allen Masters-Teilnehmerinnen und verteidigte ihren Titel in der Altersklasse W50 erfolgreich.

Als erste griff aus Reichenbacher Sicht Lara Ackermann ins Geschehen ein. Im Wettbewerb der weiblichen Jugend U20 über 3000 m, der mit elf Teilnehmerinnen seit langem nicht so stark besetzt war wie in diesem Jahr, konnte sie ihr derzeitiges Leistungsvermögen als Sechste nahezu abrufen. Mit den am Ende knapp vor ihr platzierten Laura Völkel (ASV Erfurt) und Julia Sallinger (LG Oberland) fand sie gute Tempomacher, konnte lediglich auf der letzten von 15 Runden den Antritt der beiden direkten Kontrahentinnen nicht parieren. Beim Sieg von Nika Helene Illing (LSV Ilmenau) in 14:10,38 min kam Lara nach 15:19,33 min ins Ziel, neun Sekunden langsamer als vor zwei Wochen an gleicher Stelle bei den Mitteldeutschen Meisterschaften. Witterungsbedingt kann die 17-Jährige, die derzeit eine Ausbildung im Orthopädieschuhmacher-Handwerk absolviert, wie ihre Vereinskolleginnen kaum vernünftig trainieren. Lange Arbeitszeiten und mehrwöchige Aufenthalte im Berufsschulzentrum in Gotha erschweren zusätzlich ein planmäßiges Training.

Im Wettbewerb der Masters über die gleiche Distanz kam es schließlich zum Start-Ziel-Sieg von Bianca Schenker, die von Beginn an mit ihrer Schwester Brit Schröter für ein hohes Tempo sorgte, sich aber frühzeitig entscheidend absetzen konnte. Unbeirrt steuerte die 51-Jährige ihren 30. Deutschen Meistertitel (alle Distanzen) entgegen, blieb mit 15:04,97 min aber deutlich hinter ihrer Zeit vom Vorjahr (14:38,14 min) zurück, als sie in einem nahezu perfekten Rennen einen deutschen Altersklassen-Rekord aufstellte. Kein Wunder, denn derzeit liegt ihr Fokus auf den langen Strecken und einem geplanten Start bei den Straßen-Europameisterschaften Anfang Mai in Catania auf Sizilien.

Mit einer Zeit von 15:28,83 min gewann Brit Schröter unangefochten als Gesamt-Zweite des Feldes die Silbermedaille in der W50 und steigerte sich gegenüber dem letzten Test von vor drei Wochen in Potsdam um knapp 20 Sekunden. Auf dem Weg zur Hallen-Europameisterschaft in fünf Wochen im polnischen Torun ist sie derzeit ähnlich schnell, wie vor zwei Jahren, als sie anschließend den EM-Titel gewann.

Zum Championat nach Polen wird auch Constanze Golle reisen. Mit dem Gewinn der Silbermedaille in der Altersklasse W45 hinter ihrer Dauer-Kontrahentin Yvonne Bonneß (ASV Erurt, 17:17,57) mit persönlicher Hallenbestzeit von 17:32,14 min deutete sie an, dass auch sie in Torun zu den Anwärterinnen auf das Podest zählen wird.