Mit einem wahren Medaillenregen kehrten die Athletinnen und Athleten des LAV Reichenbach von den Hallen-Europameisterschaften der Masters-Leichtathleten im polnischen Toruń zurück: Fünf Einzel- und drei Teammedaillen – doch hinter diesen Zahlen steckt weit mehr als bloßer sportlicher Erfolg.
Allen voran sorgte Brit Schröter für Gänsehautmomente. Die 51-Jährige dominierte ihre Konkurrenz eindrucksvoll und krönte sich gleich dreimal zur Europameisterin. Im 3000 m Bahngehen, ihrer Lieblingsdisziplin, setzte sie bereits am zweiten Wettkampftag ein Ausrufezeichen, als sie mit Saisonbestleistung von 15:10,59 min nicht nur ihre Altersklasse W50 mit über einer Minute Vorsprung gewann, sondern auch schneller war als alle anderen Frauen im Teilnehmerfeld. Drei Tage später im Straßengehen über 5 km das gleiche Bild: Souverän setzte sie sich frühzeitig von der eigenen Altersklassen-Konkurrenz ab und gewann nach 26:50 min ihren mittlerweile zehnten EM-Einzeltitel. Die zweite Sächsin im deutschen Team, Jana Keller aus Neukieritzsch, und die Tschechin Ivana Vrankova belegten wie über 3000 m die Plätze auf den weiteren Medaillenrängen der W50. Die dritte Goldmedaille gab es für Brit Schröter in der W50-Teamwertung der drei schnellsten Geherinnen jeder Nation, zusammen mit Jana Keller und Kerstin Nadler aus Groß-Gerau.
Unter den rund 3000 Athleten aus 52 Ländern erlebte auch Constanze Golle bei ihrer siebente Kontinentalmeisterschaft emotionale Höhen und Tiefen. Über 3000 m lieferte sie sich beim Sieg der Italienerin Ivanova Marina (15:34,88 min) mit der Lettin Vita Ormane ein packendes Duell um jeden Meter und die Silbermedaille in der W45. Nach hohem Anfangstempo konnte die Hauptmannsgrünerin den Endspurt der Widersacherin zwar nicht mehr parieren, war aber mit persönlicher Bestzeit von 17:29,35 min und dem Bronzerang mehr als zufrieden. Diesen Schwung wollte sie auch auf die Straße mitnehmen. Ob die niedrigen Temperaturen von wenigen Grad über Null oder der sehr scharfe Wind dazu beitrugen, dass sie auf der Pendelstrecke nicht über einen zehnten Platz mit 31:02 min hinauskam, bleibt offen. Aufgeben war aber keine Option, sie kämpfte sich im Interesse der Mannschaft durch und wurde zusammen mit Yvonne Bonneß (Erfurt, 4.) und Gesa Künnemann (Groß-Gerau, 8.) mit Team-Gold vor Polen und Rumänien belohnt.
Uwe Schröter, der der Männer-Klasse M65 angehört, musste sich auf der kurzen Distanz mit einer Zeit von 16:06,56 min nur dem Polen Leszek Behounek (15:56,10 min) geschlagen geben und erreichte mit Rang 2 und Silber seine bisher beste Platzierung bei einer Hallen-EM auf der kürzesten aller Wettkampfstrecken. Über 5 km gesellte sich mit dem Italiener Edoardo Alfieri ein weiterer Kandidat um den Titel im 17-köpfigen Feld der M65 hinzu. Schließlich gewann er 2025 die letzte Freiluft-EM über 10 km. Aber bereits nach zwei Kilometern konnte er dem Tempo von Behounek und Schröter nicht mehr folgen. Wie auf der Hallenbahn zog schließlich auch der Pole davon und gewann seine zweiten Titel (26:56 min). Uwe Schröter erreichte als Vize-Europameister nach 27:09 min den Zielstrich, deutlich vor dem Italiener (27:40 min). Besonders dramatisch wurde es in der Teamwertung: Mit einem hauchdünnen Vorsprung von gerade einmal zwei Sekunden holte das deutsche Trio, zu dem neben Schröter noch Herbert Klaus (Kaufbeuren, 4.) und Günther Evertz (Berlin, 13.) gehörten, Gold vor Polen und Italien.
Diese Europameisterschaften waren für den LAV Reichenbach weit mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb. Sie waren eine Bühne für Leidenschaft, Kampfgeist und unvergessliche Momente und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass große Emotionen keine Altersgrenzen kennen.


























